Sachliche Romanze

Als sie einander acht Jahre kannten
(und man darf sagen: sie kannten sich gut),
kam ihre Liebe plötzlich abhanden.
Wie anderen Leuten ein Stock oder Hut.

Sie waren traurig, betrugen sich heiter,
versuchten Küsse, als ob nichts sei,
und sahen sich an und wussten nicht weiter.
Da weinte sie schließlich. Und er stand dabei.

Vom Fenster aus konnte mann Schiffen winken.
Er sagte, es wäre schon viertel nach vier
und Zeit irgendwo Kaffee zu trinken.
Nebenan übte ein Mensch Klavier.

Sie gingen ins kleinste Café im Ort
und rührten in ihren Tassen.
Am Abend saßen sie immer noch dort.
Sie saßen allein, und sie sprachen kein Wort
und konnten es einfach nicht fassen.    Erich Kästner (1899.1974)



Es ist keine Schande hinzufallen aber
es ist eine Schande einfach liegen zu bleiben.



Erfahrung ist die Summe aller Dummheiten,
die man im Bedarfsfall wieder anwendet



Alles wird besser! (WUW'03)



Das Bessere ist der Feind des Guten! (WUW'99)



Für Pädagogen:

Erkläre mir, und ich vergesse.
Zeige mir, und ich erinnere.
Lass es mich tun und ich verstehe.

Konfuzius

Das letzte Kapitel


Am 12. Juli des Jahres 2003
lief folgender Funkspruch rund um die Erde:
dass ein Bombengeschwader der Luftpolizei
die gesamte Menschheit ausrotten werde.

Die Weltregierung, so wurde erklärt, stelle fest,
dass der Plan, endgültig Frieden zu stiften,
sich gar nicht anders verwirklichen lässt,
als alle Beteiligten zu vergiften.

Zu fliehen, wurde erklärt, habe keinen Zweck.
Nicht eine Seele dürfe am Leben bleiben.
Das neue Giftgas krieche in jedes Versteck.
Man habe nicht einmal nötig, sich selbst zu entleiben.

Am 13. Juli flogen von Boston eintausend
mit Gas und Bazillen beladene Flugzeuge fort
und vollbrachten, rund um den Globus sausend,
den von der Weltregierung befohlenen Mord.

Die Menschen krochen winselnd unter die Betten.
Sie stürzten in ihre Keller und in den Wald.
Das Gift hing gelb wie Wolken über den Städten.
Millionen Leichen lagen auf dem Asphalt.

Die Menschen lagen gebündelt wie faulende Garben.
Andre hingen wie Puppen zum Fenster heraus.
Die Tiere im Zoo schrien schrecklich, bevor die starben.
Und langsam löschten die großen Hochöfen aus.

Dampfer schwankten im Meer, beladen mit Toten.
Und weder Weinen noch Lachen war mehr auf der Welt.
Die Flugzeuge irrten, mit tausend Piloten,
unter dem Himmel und sanken brennend ins Feld.

Jetzt hatte die Menschheit endlich erreicht, was sie wollte.
Zwar war die Methode nicht ausgesprochen human.
Die Erde war aber endlich still und zufrieden und rollte,
völlig beruhigt, ihre bekannte elliptische Bahn.
(Erich Kästner 1930)

Zärtlichkeit ist stille Leidenschaft.
                                                                                   Joseph Joubert

Nicht in die ferne Zeit verliere dich! Den Augenblick ergreife, der ist dein.  
>>Friedrich Schiller<<

     Wer A sagt, der muß nicht B sagen.
     Er kann auch erkennen, daß A falsch war.

                                                                    Bertolt Brecht

   In jeder Minute, die man mit Ärger verbringt,
   versäumt man sechzig glückliche Sekunden.

                                              William Somerset Maugham

Das Vergleichen mit anderen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.

Ich bin lieber unglücklich über eine getroffene Entscheidung,
als darüber keine getroffen zu haben!
(WUW2001)

    Wenn immer nur die Sonne scheint, vertrocknet schnell alles.

    Phantasie ist wichtiger als Wissen! (Albert Einstein)

Lasse die anderen perfekt und großartig sein!
Begnüge dich mit dem, was du bist und hast.

Nur so bist du mit dir und deinem Leben im reinen:
vergnügt, entspannt und zufrieden.  (WUW'97)

Man muss wissen, wer man selber ist,
bevor man anderen sich erklärt! (WUW'98)

Beeile Dich! Es ist später, als Du denkst!

"Du gottverdammter Blödmannsgehilfe" (Nikos)

Das Leben ist zu kostbar, um es nur als Nachtisch zu geniessen (WUW'98)


Der Mensch ist ein besondres Wesen,
kann rechen, schreiben, denken, lesen,
kann sich und andren Ärger machen
und früher konnte er auch lachen.

Vertrauen ist eine Oase des Herzens,
die von der Karawane des Denkens nie erreicht wird.   
<< Khalil Gibran >>

           Wer meine Zeit berupft, der stiehlt sich selbst nicht reich.
         Mich stiehlt er arm! Shakespeare


Die Behauptung, bzw. die Aussage "Ich lüge" ist nur wahr,
wenn sie falsch ist, und nur falsch, wenn sie wahr ist!  (Paradox des Epimenides)


Man kann nicht nicht kommunizieren! (Watzlawick)


Manche haben sich so tief in Verstecke geflüchtet, dass sie meinen,
im Trüben sei, was im Lichte ist! (Seneca)

Werde, was du bist (Max Scheler)

Die Waldameise

EINE KLEINE WALDAMEISE
DIE DACHTE OFT FÜR SICH GANZ LEISE:
„ICH GEH’ MAL AUF ‘NE LANGE REISE!"
UND ERFREUTE SICH AUF DIESE WEISE.

BALD WURD’ IHR VIELERLEI ZU BUNT
UND WAR AUCH OFT NICHT SEHR GESUND
SIE ÜBERWANDT DEN INN’REN SCHWEINEHUND
UND GING FORT, SCHEINBAR OHNE GRUND.

SIE LIEF TAGELANG SO HIN UND HER
WAR ÜBERALL, SOGAR AM MEER
AM ENDE DANN, KONNT’ SIE NICHT MEHR
UND FÜHLTE SICH NOCH IMMER LEER

SIE DACHTE AN DIE SCHÖNE ZEIT
BEVOR SIE HATTE SICH „BEFREIT"
DOCH WAR DER WEG DAHIN SO WEIT
DA KAM’N AUTO UND SIE WAR BREIT!

                                                        (WUW'99)

Die Eisenbahn

I. Entgleist
Die Eisenbahn fährt geradeaus
und kann nicht aus den Schienen raus.
Nun kann sie aber auch entgleisen,
und dann erst mal nicht weiterreisen.
Wo wollte sie hin und wo kam sie her?
weder Gleis noch Richtung weiß sie mehr!
Andere Züge, die halten dort an,
und sagen ihr, was sie machen kann!
Doch bringt ihr das kaum eine bessere Sicht,
denn kennen auch sie ihre Ziele nicht.

II. Weichen stellen
Ein Kran hebt sie zurück auf die Gleise
und ermöglicht ihr auf diese Weise,
erneut den Weg zum Ziele zu finden,
oder zumindest etwas Zeit zu schinden.
So fährt sie zunächst ohne zu lenken,
und hat Zeit ein wenig nachzudenken.
Sie hofft aber bei der allernächsten Weiche,
daß dann endlich ihr Mut dafür reiche,
von ihrem Ziele nicht nur zu träumen
und die Entscheidung nicht zu versäumen.

                                                 (WUW'98)

UMDENKEN

DER RAUM LÄßT UNS
BLICKEN IN DIE FERNE.
Überwinde den Raum,
und das, was übrig bleibt ist das HIER

DIE ZEIT LÄßT UNS TRÄUMEN VON
VERGANGENEM UND WERDENDEM.
Überwinde die Zeit,
und das, was übrig bleibt ist das JETZT

DER ALLTAG BRINGT UNS
DEN RAUM UND DIE ZEIT.
Überwinde das Alltägliche
und das, was übrig bleibt bist DU

                                   WUW´97

PFAD DES MENSCHEN

EIN JUNGER MENSCH GEHT DURCH DIE WELT,
DIES OHNE, DAß ER FRAGEN STELLT.
UND GEHT SO SORGLOS VOR SICH HIN,
FREI, OHNE ZIEL UND OHNE SINN.
DOCH KANN ER SO NICHT EWIG GEH’N,
MUß DANN AUF SEINER KARTE SEHN:
WAS IST SEIN ZIEL UND WO DER PFAD?
DER IHN GERADEWEGS ZU LEITEN HAT.
VON DIESEM LÄSST ER SICH NUN LEITEN,
DARF NUN NICHT DANEBEN SCHREITEN.
VERGISST DIE ALTEN TAGE BALD SEHR,
UND IST SEIN EIGENER HERR NICHT MEHR.
DAS ZIEL DAS ER FÜR SICH GEFUNDEN,
IST INZWISCHEN FAST ENTSCHWUNDEN.
DER WEG, DER DORTHIN FÜHREN SOLL,
IST VIEL ZU ENG UND DESHALB VOLL.
DRUM SUCHT ER BALD NACH ANDREN WEGEN,
DIE, DA NICHT BEGRENZT UND ABGELEGEN,
DEM MENSCHEN NUN DIE CHANCE GEBEN,
ABSEITS DES WEGS IN RICHTUNG ZIEL ZU LEBEN.

                                                                     (WUW'99)

Ich Selbst

Ich möchte nicht der Mittelpunkt der Welt sein,
   aber auch kein bloßes Rad im Getriebe derselben.

Ich möchte nicht von anderen abhängig sein,
   aber auf Freundschaften nicht verzichten.

Ich möchte im Leben vieles erreichen,
   aber das mir Wichtige nicht vernachlässigen.

Ich möchte nur ich selbst sein,
   frei, nützlich und zufrieden.

                                                         WUW2000

     Das Wurst-Gedicht

Es begab sich einmal zu der Zeit,
dass ein Verlangen in mir brannte,
so dass zu nächtlicher Begebenheit
ich schnell zur Küche rüber rannte.

Den Kühlschrank, schwupps, schnell aufgemacht,
leise, damit's bloss keiner hört,
Inventur gemacht und nachgedacht,
Gut, dass mich jetzt niemand stört.

Die Auswahl, nein, fällt gar nicht schwer,
steht viel da für den grossen Durst,
ist er sonst doch ziemlich leer.
Doch, Moment.., liegt dort eine Wurst?

Verpackt in Butterbrotpapier,
Ist wohl drin, was ich begehr?
Ausgepackt, in grosser Gier,
und: Fleischwurst ist's, ich kann nicht mehr!

Abgeschnitten schnell ein Riesenstück,
mit Knoblauch ist sie auch versehn,
Was fehlt ist Ketchup zu meinem Glück,
Wer kann da schon widersteh'n?

In sekundenschnelle ist's gescheh'n,
dass ein Stück Wurst ward' zu Luft.
Zeit ist's, nun ins Bett zu gehen,
mit Atem, voll vom Fleischwurstduft!

                                              (WUW'95)

"B"LÖ"D"ES GETR"A"TS"C"HE

A sagt B, was C hat gemacht,
C hat inzwischen über A nachgedacht.
Nun fragt C B, ob A letzte Nacht,
gemeinsam mit B über C hat gelacht!

B erzählt C nun recht abgewogen,
wie A über C ist hergezogen.
Danach fühlt C sich sichtlich betrogen,
denn hat A so einiges hin und her geschoben.

Wenn C nun A zur Rede stellt,
und C As Lügen mit Wahrheit behellt,
ist's wohl schlecht um die Freundschaft bestellt
und es bleibt zu hoffen, dass D sich dazwischenstellt.

                                                             (WUW2000 )

Zurück zur Startseite