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DEIN WAHRER
FREUND IST,
WER DICH SEHN LÄSST DEINE FLECKEN
UND SIE DIR TILGEN HILFT,
EH' FEINDE SIE ENTDECKEN!
Friedrich
Rückert
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EINLEITUNG
I. Epochale Übersicht über den Begriff
der Freundschaft
Antike, Mittelalter, Neuzeit
II. Allgemeine Definitionsversuche der Freundschaft
Ethymologie
Lexikalische
Definitionen
III. Über die Freundschaft
(Versch. Aspekte der Freundschaft)
Aspekte der
Freundschaft
Freundschaftfähigkeit
Psychische
Voraussetzungen der Freundschaft
Wert der
Freundschaft
Erwartungen an die
Freundschaft
Formen der Freundschaft
IV. Kategorien der Freundschaft
Gemischtgeschlechtliche Freundschaft
Frauenfreundschaften
Männerfreundschaften
V. Abgrenzungen der
Beziehungsgebilde (das geplante Ziel dieser Arbeit)
(Liebe->Freundschaft->Bekanntschaft)
VI. Verwendete Literatur
Einleitung
Fragt man seine Mitmenschen, was einen Freund
zum Freunde macht, so erhält man fast immer recht unterschiedliche
Antworten:
"Einem Freund kann ich alles erzählen!
Ich vertraue ihm alles an!",
"Mein Freund ist immer für mich da! Mit ihm geh' ich durch dick
und dünn! Er hilft mir in der Not!", oder
"Ein Freund muss tolerant sein und muss Vertändnis haben,
also auch unterschiedliche Ansichten akzeptieren können. Er muss bis
ans Lebensende zu mir stehen. Freundschaft ist arbeitsintensiv,
aber lohnenswert!",
oder auch einfach: "Freundschaft ist Liebe!".
Für die jeweiligen "Befreundeten" hat also
die Freundschaft ganz spezifische Grundlagen, Inhalte, Zielsetzungen und
Bewertungen.
Ich möchte mit dieser Studie zum Einen eine Definition von Freundschaft
finden, welche über diese individuellen "Teil-definitionen" hinausgeht.
Dazu will ich die einzelnen Teil-Aspekte der freundschaftlichen Beziehung
beleuchten und deren Bedeutung für den Gesamtzustand der Freundschaft
hinterfragen.
Zum anderen aber möchte ich (irgendwann einmal) versuchen eine Abgrenzung
der Beziehungszustände, insbesondere der Zwischenstufen, zu beschreiben.
Was gehört beispielsweise zum Wandel von Bekannten zum Freund und
andersherum? Oder ist es (wirklich) möglich, von der Liebe zur Freundschaft
zurückzuschreiten?
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- I-
Freundschaftstheorien in verschiedenen Epochen
Die Bedeutung von Freundschaft wurde in verschiedenen
zeitlichen Abschnitten an unterschiedlichen Maßstäben gemessen.
Bevor man sich mit dem heutigen Begriff der Freundschaft auseinandersetzt,
erscheint es sinnvoll diese frühen Gedanken, auf die sich häufig
die heutige Vorstellung von Freundschaft gründet, zu
betrachten.
1.) ANTIKE
Eine anschauliche Vorstellung des antiken Begriffs
von Freundschaft und Liebe vermittelt der platonische Dialog "Symposion",
in dem Sokrates anläßlich einer Feier im Haus des
Tragödiendichters Agathon über den Eros diskutiert. Der Eros wird
hier begriffen als ein Moment der Vermittlung zwischen Menschen und
Göttern, zwischen Sterblichkeit und Unsterblichkeit. Bildlich vorgestellt
wird das Eros-Prinzip aus der Entwicklung des Menschen. Ursprünglich
war dieser nicht nach Geschlechtern unterschieden, sondern ein zwitterhaftes
Wesen, welches den Zorn der Götter erregte. Um sie zu schwächen,
schnitten die Götter diese Wesen in zwei Hälften, Mann und Frau,
die nun ab diesem Zeitpunkt ihr Gegenstück suchten, um sich zu vollenden.
"Nachdem nun also seine Gestalt in zwei Stücke geschnitten war, sehnte
sich ein jeder nach seiner anderen Hälfte", was vorerst zum Tode
führte, da sich diese beiden Wesen umschlangen und so zugrunde gingen.
Um ihren Fortbestand zu sichern, wird schließlich die geschlechtliche
Fruchtbarkeit eingeführt. "Aber Zeus bekam Mitleid mit ihnen und gab
ein anderes Mittel: er setzte ihre Geschlechtsteile nach vorne. Bis dahin
trugen sie sie nämlich hinten" (Symposion, 191 a-e).
Im Altertum lassen sich in den einzelnen theoretischen
Ansätzen einige Gemeinsamkeiten, aber auch UNterschiede beobachten,
die als typisch für die Freundschaftsauffassung in der Antike angesehen
werden können.
Das auffälligste Merkmal ist die Unterscheidung zweier Arten, der
vollkommenen (echten, wahren) und unvollkommenen (unechten, zufälligen)
Freundschaft, wobei als Unterscheidungskriterium die Tugendhaftigkeit gilt.
Sie kann sowohl Ausgangspunkt wahrer Freundschaft (Xenophon, Aristoteles),
als auch ihr Zielpunkt (Seneca) oder beides (Platon, Cicero) sein. Während
überwiegend die Meinung dominiert, dass Freundschaft fast ausschliesslich
den Weisen (Philosophen) zugedacht sei, bildet Ciceros Ansicht die Ausnahme,
nach dem wahre Freundschaft allen Menschen offensteht, die "in allen
göttlichen und menschlichen Dingen" übereinstimmen und sich mit
Wohlwollen und Liebe begegnen.
Andererseits stellt Epikur nicht die Tugendhaftigkeit, sondern den Nutzen
in den Mittelpunkt seiner Freundschaftstheorie.
So war man sich also schon damals nicht schlüssig über die Bedingungen
der Freundschaft.
Weitgehende Übereinstimmung in den einzelnen Theorien besteht auch in
der Frage der Voraussetzungen für die Freundschaft. Gleichheit oder
Ähnlichkeit in der sittlichen Einstellung, in den Interessen und in
der Lebensanschauung, im Wohlwollen und der Sympathie sind unentbehrlich.
Grundlage ist ferner die Selbstliebe, die mit der Freundesliebe in einem
ausgewogenen Verhältnis stehen muss.
Aristoteles und Cicero sehen den Ursprung der Freundschaft in der
menschlichen Natur, denn der Mensch sei von Natur aus auf Gemeinschaft angelegt.
Epikur dagegen sieht in der Freundschaft, eher rational, eine Zweckverbindung
aus der Vernunft.
2.) MITTELALTER
Das wichtigste Merkmal des Mittelalters ist die
Orientierung der menschlichen Freundschaft an der Gottesfreundschaft, welche
das Idealbild und Fundament der Freundschaft darstellt, auf die alle
Freundschaften ausgerichtet sein sollten (Augustinus).
Ein weiteres Merkmal mittelalterlicher Freundschaftstheorien ist eine, eng
mit der christlichen Lehre verknüpften, Ausrichtung, nach der vor Gott
alle Menschen gleich sind und nach der soziale Unterschiede der Freunde
verwischen. Allein wichtig erscheint die Einheit in der "Gemeinschaft des
Glaubens" und der allumfassenden Liebe.
Freundschaft bleibt also nicht etwa einer bestimmten
Menschengruppe vorbehalten.
3.) NEUZEIT
Auch in der Neuzeit kann, wie in der Antike, als
Hauptmerkmal eine Zweiteilung in eine höherwertige und in eine minderwertige
Freundschaft beobachtet werden, allerdings hier in eine seltenere, im Bereich
der Idealität und einer häufigeren, normalen Form, die im
zwischenmenschlichen Bereich üblich ist.
Montaigne unterscheidet zwischen einer Herzensfreundschaft, einer
Annäherung der Seelen, und einer Alltagsfreundschaft, in der stets ein
Stück Mißtrauen enthalten ist.
Für Kant ist die ästhetische Freundschaft das unerreichbare Ideal,
das sich unterscheidet von der moralischen Freundschaft, die ihre Wurzel
im Kommunikationsbedürfnis des Menschen hat.
Ein zweites Merkmal neuzeitlicher Freundschaftstheorien ist ihr deutlicher
Bezug zum Rationalen, zum Intellekt (Nietzsche).
Ein drittes gemeinsames Merkmal ist die Betonung einer gewissen Gleichheit
oder Ähnlichkeit der Freunde. So ist das "Annahen der Seelen", wie Montaigne
Freundschaft definiert, ohne Gemeinsamkeit nicht vorstellbar. Auch für
Nietzsche sind "gleiche Freuden und Leiden" kennzeichnend für die
Freundschaft, die Ähnlichkeit der Interessen voraussetzt.
Schon in der geschichtlichen Entwicklung lassen
sich also verschiedene Gewichtungen in der Bewertung von Freundschaft
beobachten.
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- II- Definitionen der
Freundschaft
Bevor hier einige Gedanken über die Freundschaft
als solche, ihren Wert, ihre Erscheinungsformen, die Fähigkeit zu
Freundschaft, etc., dargestellt werden, erscheint mir eine grundlegender
Versuch der Definition von Freundschaft
interessant.
Etymologie
Betrachtet man zunächst die geschichtliche
Entwicklung des Begriffs "Freundschaft", so lässt sich dessen geimeinsamer
Ursprung mit dem Begriff der "Liebe" ersehen.
Das deutsche Wort "Freundschaft" bedeutete früher
nicht nur die Freundschaft als solche, sondern auch Liebe, enge Verwandschaft,
gemeinsames Heim und gemeinsame Abstammung.
Etymologisch lässt sich das Wort "Freund" auf das gotische Wort "frijonds"
zurückführen, einem erstarrten Partizip von "frijon", was in etwa
"lieben" oder "sich freuen" bedeutet (siehe Gebrüder Grimm).
Im Althochdeutschen wird hieraus "friunt" (Blutsverwandter) und im
Mittelhochdeutschen "vriunt".
Der germanische Wortstamm "fri" ist gleichermassen in den Wörtern "Friede",
"Freund", "Freiheit" enthalten.
Das französische "amitié" und das italienische "amicizia" stammen
vom lateinischen "amicus" (Freund) ab, das genauso wie "amor" (Liebe) auf
das Verb "amare" (lieben) zurückgeht.
Das altenglische "fréond", das altnorwegische "fraende", das
altsächsische "friund" und das althochdeutsche "friunt"(s.o.) gehen
auf die altenglischen Verben "fréogan", "fréon" (lieben)
zurück.
Dies sind nur einige Beispiele, anhand derer ersichtlich wird, dass ethymologisch
ein enger Zusammenhang zwischen der Freundschaft und der Liebe besteht. So
haben beispielsweise die alten Philosophen kaum Unterschiede zwischen den
beiden emotionalen Zuständen gemacht.
Lexikalische
Definitionen
Definitionen, welche man in den verschiedenen Lexika
finden kann, neigen in der Regel dazu, Sachverhalte sehr vereinfacht
darzustellen. So auch im Fall der "Freundschaft".
Durch eine Summation lexikalischen Wissens lässt sich jedoch eine Grundform
der Freundschaft beschreiben, die letztlich für alle anderen
freundschaftlichen Spielarten den verbindlichen Rahmen
darstellt:
Freundschaft ist demnach: eine frei zustandegekommende,
besonders enge Beziehung zwischen Menschen mit gleicher geistiger Grundhaltung,
die auf gegenseitiger Sympathie und gegenseitigem Vertrauen beruht, die
Opferbereitschaft des anderen voraussetzt und im erleben der gegenseitigen
Solidarität optimale soziale Befriedigung verschafft.
Als Voraussetzungen der Freundschaft gelten nach dieser Definition also:
Sympathie, Opferbereitschaft und Vertauen, sowie Gleichheit.
Diese sollen nun im folgenden Kapitel näher untersucht
werden.
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-III- Über
die Freundschaft
Die Freundschaft als solche gibt es nicht. In
freundschaftliche Beziehungen spielen so viele unterschiedliche Faktoren
hinein, dass von "der" Freundschaft kaum gesprochen werden kann. Freundschaften
sind verschiedenst ausgeprägt und erfahren nicht selten einen Wandel.
So meinte Jules Renard: "Il n' y a pas d'amis, il y a des moments
d'amitié."
Momente der Freundschaft beinhalten aber gleichzeitig eine gewisse
Instabilität und Vergänglichkeit der Freundschaft.
Aspekte der
Freundschaft
Jede, wie auch immer geartete Freundschaftsform weist
Strukturmerkmale auf, welche mehr oder weniger stark oder schwach
ausgeprägt sind. Diese sollen hier im folgenden kurz erwähnt werden.
Es lassen sich vier Aspekte beobachten, die freundschaftliche Beziehungen
von anderen sozialen Verhaltensweisen unterscheiden und
abgrenzen:
der emotionale Aspekt,
der personale Aspekt,
der soziale Aspekt und
der pragmatische Aspekt.
Der emotionale Aspekt besteht zunächst darin,
dass jede Freundschaft irgendwann einmal beginnen muss, wofür unausweichlich
Sympathie, Liebe oder aber auch nur ein angenehmes Berührtsein nötig
ist. Dabei lässt sich die Sympathie zu einem anderen Menschen meist
gar nicht bewusst beobachten oder rational
begründen.
Die Intensität dieses Aspektes hängt ab
von den sozialen Normen, denen das Individuum in einer bestimmten Gesellschaft
verpflichtet ist.
Der zweite Aspekt ist der personale Aspekt, welcher
besagt, dass jede Freundschaft eine Intimsphäre schafft, einen Raum
personaler Begegnung, wo man ungeniert reden kann, wo ein Freund seine geheimsten
Gefühle offenbaren und sich dem Freund anvertauen kann, ohne dass das
Gesagte der öffentlichen Kontrolle ausgeliefert wäre. Es ist also
gekennzeichnet durch eine relativ intensive Öffnung der Person
gegenüber einer anderen und dem sich bedingungslosen
Anvertrauen.
Der soziale Aspekt der Freundschaft bezeichnet das
Bestreben der Freunde, den Zustand der Freundschaft möglichst lange
aufrecht zu erhalten. Die dauernde Bindungsbereitschaft und Solidarität
der Freunde äussert sich in gegenseitiger Treue, welche eine direkte
Folge des in der Freundschaft gewährten Vertauens ist.
Wird aber gegen einen der vier Aspekte der Freundschaft
nachhaltig verstossen, so ist der Freund von der Treue und dem Vertauen
entpflichtet.
In der Freundschaft müsse ausnahmslose Gemeinsamkeit in allen Dingen,
Plänen und Bestrebungen herrschen, so Cicero.
Der vierte und letzte Aspekt der Freundschaft ist
der pragmatische. Sogar in den uneigennützigsten Freundschaften lässt
sich ein Nutzen, ein lebenspraktischer Wert finden. Weil volkommende
Freundschaften "an sich" gut sind, sind sie auch "gut für den Freund".
Der Nutzen darf jedoch nicht die Freundschaft bestimmen, denn dann wäre
die Freundschaft ja begrenzt auf die Dauer des Nutzens.
Diese soziologischen Definitionsversuche lassen jedoch,
wie die lexikalischen Definitionen, die verschiedenen Ausprägungen der
Freundschaft ausser Acht. Die Frage also, was Freundschaft zur Fraundschaft
macht, bleibt vorerst ungeklärt, auch wenn man die Aspekte und Komponenten
der Freundschaft kennt.
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Freundschaftsfähigkeit
(Selbstbild und Charaktereigenschaften)
Willst
Du Dich Deines Wertes erfreuen,
so musst der Welt du Wert verleihen
(Goethe)
Es gibt einen bestimmten Zusammenhang zwischen dem
Verhalten der Persönlichkeit zu sich selbst und ihrem Verhalten zu anderen
Personen. Ein Mensch mit stabilem Selbstbild und hohem Selbstgefühl
hat mehr Chancen zu tiefer und beständiger Freundschaft als einer, der
mit sich selbst unzufrieden ist.
Von den Eigenschaften des Selbstbewusstseins ist
die Selbstachtung wahrscheinlich der wichtigste Faktor, der den Charakter
der zwischenmenschlichen Beziehungen und der Interaktion beeinflusst. Menschen
mit verminderter Selbstachtung haben oft unbeständige Selbst -vorstellungen
und -einschätzungen. Deswegen verschliessen sie sich leicht vor anderen
oder präsentieren ihnen ein "falsches Gesicht". Je niedriger hierbei
das Niveau der Selbstachtung, desto wahrscheinlicher, dass der Betreffende
an Einsamkeit "leidet", da er nicht in der Lage ist freundschaftliche Beziehungen
aufrecht zu erhalten.
Cicero meint hierzu, die Freundschaft entstehe nicht
aus einer Schwäche heraus, damit man etwa einen Menschen habe, der einem
zur Erfüllung seiner Wünsche verhelfe. "Wäre dem so, dann
müsste gerade der, der die wenigste Kraft in sich spürt, zur
Freundschaft in höchstem Grade neigen. Aber die Dinge liegen ganz anders:
Gerade derjenige nämlich, der das größte Selbstvertrauen
hat und der durch ein Höchstmaß an Tugend und Weisheit so gewappnet
ist, daß er keinen Menschen braucht und all das, was ihn angeht, in
sich selbst sucht, gerade der zeichnet sich in hervorragender Weise dadurch
aus, daß er nach Freundschaft trachtet und der Freundschaft
lebt."
Wenn man sich nicht über die eigene Wirkung
in der Welt im klaren ist und kein Vertrauen in die eigene Kraft und Stärke
hat, so ist es schwierig, dies von anderen, von Freunden, zu erhoffen und
diese Gefühle für sie zu zeigen.
Denn ohne ein gewisses Maß an
Selbstwertgefühl und Selbstliebe ist man kaum in der Lage anderen das
Gefühl zu vermitteln, daß man sie liebt.
"Es ist ja festgestellt, dass sich aus der Wurzel der Selbstliebe das
freundschaftliche Verhalten auch auf die anderen Menschen erstreckt."
(Aristoteles)
Freundschaftsfähigkeit schliesst aber auch sowohl
ein bestimmtes Niveau an Geselligkeit und psychischer Aufgeschlossenheit
ein, sowie zum andern eine gewisse Stabilität der Beziehungen und zum
dritten einen bestimmten Grad der Innigkeit, einem Grad an
Intimität.
Étienne de la Boetie glaubte an die
überragende Kraft der Sprache:
"Die Natur ist eine gute Mutter, sie hat uns alle im selbsen Haus untergebracht,
und sie hat uns nach demselben Modell geformt, auf das ein sich in seinem
Nächsten sich im anderen widerspiegeln und in seinem Nächsten sich
selber erkennen möge. Sie gab uns das grosse Geschenk der Sprache, auf
dass wir durch das Wort immer vertrauter und immer brüderlicher miteinander
werden. Auf diesem Boden des gemeinsamen Gedankenaustausches erwächst
alsdann die Bildung eines gemeinsamen Willens."
In Antoine de Saint Exupéry 's Kapitel aus
"Der kleine Prinz" über den Fuchs wird die Besonderheit des Vertauens,
bzw. des sich-vertraut-machens beschrieben:
(...)
In diesem Augenblick erschien der Fuchs:
"Guten Tag", sagte der Fuchs.
"Guten Tag", antwortete höflich der kleine Prinz,
der sich umdrehte aber nichts sah.
"Ich bin da", sagte die Stimme, "unter dem
Apfelbaum..."
"Ich bin ein Fuchs", sagte der Fuchs.
"Komm, und spiel mit mir", schlug ihm der kleine Prinz vor. "Ich bin so
traurig..."
"Ich kann nicht mit dir spielen", sagte der Fuchs, "ich bin noch nicht
gezähmt!"
"Ah, Verzeihung!", sagte der kleine Prinz.
Aber nach einiger Überlegung fügte er hinzu: "Was beudeutet
zähmen?"
(...)
"Zähmen, das ist eine in Vergessenheit geratene Sache", sagte der Fuchs.
"Es bedeutet, 'sich vertraut machen'."
"Vertraut machen?"
"Gewiss", sagte der Fuchs. "Noch bist du für mich nichts als ein kleiner
Junge, der hunderttausend kleinen Jungen völlig gleicht. Ich brauche
dich nicht, und du brauchst mich ebensowenig. Ich bin für dich nur ein
Fuchs, der hunderttausend Füchsen gleicht. Aber wenn du mich zähmst,
werden wir einander brauchen. Du wirst für mich einzig sein in der Welt.
Ich werde für dich einzig sein in der Welt..."
(...)
"Bitte ... zähme mich!" sagte er.
"Ich möchte wohl", antwortete der kleine Prinz, "aber ich habe nicht
viel Zeit. Ich muss Freunde finden und viele Dinge kennenlernen."
"Man kennt nur die Dinge, die man zähmt", sagte der Fuchs. "Die Menschen
haben keine Zeit mehr, irgendetwas kennenzulernen. Sie kaufen sich alles
fertig in den Geschäften. Aber da es keine Kaufläden für Freunde
gibt, haben die Leute keine Freunde mehr. Wenn du einen Freund willst, so
zähme mich!"
(...)
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Psychische
Vorraussetzungen der
Freundschaft
Ähnlich subjektiv, wie das Verhalten aufgrund
des Selbstbildes, ist die Art, wie man mit anderen Menschen umgeht.
Welche psychischen Mechanismen liegen dem freundschaftlichen gegenseitgen
Verständnis zugrunde?
Beim Kennenlernen eines fremden Individuums neigt
man (eher unbewusst) dazu, den "unbekannten Menschen" zu depersonifizieren
und seine individuellen Eigenschaften und Qualitäten auf ein Minimum
zu reduzieren, um sie in eine allgemeine Formel hineinzwängen zu
können.
Ein Verstehen der subjektiven Welt der fremden
Persönlichkeit setzt aber die Fähigkeit voraus sich mit ihrem
Standpunkt, egal ob mit dem eigenen identisch oder differierend, zu
identifizieren, denn ein und dieselbe Handlung kann unterschiedlichen subjektiven
Sinn haben.
Ein wichtiger Punkt ist hierbei der Prozess der Annahme der Rolle des Anderen,
also die Fähigkeit, sich in seine Lage zu versetzen und die Situation
aus der Sicht des Anderen zu beurteilen. Dies erscheint einfacher bei der
Betrachtung vereinfachter Formeln.
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Wert der
Freundschaft
"Hände
küssen, Hüte rücken,
Kniee beugen, Häupter
bücken,
Worte schrauben, Rede
schmücken,
Wer, das diese Gaukelei,
Meinet, rechte Freundschaft
sei,
Kennet nicht
Betrügerei."
Friedrich v.
Logau
Khalil Gibran sieht die Freundschaft als ein Feld,
das man mit Liebe besät und mit Dankbarkeit erntet.
"Denn in der Freundschaft werden alle Gedanken, alle
Wünsche, alle Erwartungen ohne Worte geboren und geteilt, mit Freude,
die keinen Beifall braucht. (...)Und die Freundschaft soll keinen anderen
Zweck haben, als den Geist zu vertiefen. Denn Liebe, die etwas anderes sucht
als die Offenbarung ihres eigenen Mysteriums, ist nicht Liebe, sondern ein
ausgeworfenes Netz: und nur das Nutzlose wird gefangen."
"Der Freund ist unser zweites Ich, von allen Menschen
steht er uns am nächsten." Daher - so Aristoteles - hat der Mensch nur
wenige Freunde, und er kann auch nicht viele Freunde haben. "Denn es erscheint
ja auch undenkbar, mit vielen eine tiefe und starke Freundschaft zu pflegen....
Daher ist auch tiefe und starke Freundschaft nur möglich, wenn es wenige
sind...".
Die Objekte unserer Sympathie sind jedoch nicht immer
die gleichen. Aristoteles unterscheidet drei Arten von
Freundschaft:
1. man wünscht dem anderen alles Beste in seinem
Interesse und für sein Wohl
2. man liebt den Freund für dessen Fähigkeit
Freude zu bereiten und für seine freundliche Art und
3. die Freundschaft, die sich auf gegenseitigem Nutzen
stützt.
Er fügt aber hinzu, dass wo "... Nutzen das
Motiv der Befreundung bildet, da lieben sich die Menschen (...) also nicht
insofern der Partner eben schlicht der Berfreundete ist, sondern insofern
er nützlich oder angenehm ist..." Demnach sind also nur Verbindungen
des ersten Typs "wahre Freundschaften", also solche die keine Erwartungen
an den anderen stellen. Dieser Gedanke sei im folgenden etwas näher
hinterfragt.
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Erwartungen in der
Freundschaft
Der Umgang mit Gefühlen ähnelt heute sehr
dem kaufmännischen Denken des "Ware gegen Geld". Dieses
Verpflichtetseingefühl von Geben und Nehmen erzeugt aber fast immer
in irgendeiner Weise eine Unzufriedenheit oder Enttäuschung.
Wenn aber eine Gabe ohne eine Verpflichtungsabsicht,
sondern aus innerem Antrieb und Freude am Schenken gegeben wird, fühlt
sich der Beschenkte frei und kann es mit Freude annehmen.
Dies gilt eben auch für Freundschaften.
"Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft", heisst es, doch liegt
die Betonung auf "klein". Das grösste Geschenk der Freundschaft
ist die Aufmerksamkeit des Freundes, durch welche er ihm die Achtung gibt,
deren er bedarf. Dem Freunde zuhören, Hindernisse wegräumen helfen,
einen Wunsch von den Lippen ablesen, sind wahre Freundschaftsgeschenke, die
keine Erwartungen nach sich ziehen.
Gehe ich aber in eine Beziehung, mit dem Willen, den oder die Betreffende
zum Freund haben zu wollen, biete oder schenke also meine Gefühle mit
der festen Erwartung, diese würden gleichartig beantwortet, so ist die
Wahrscheinlichkeit der Enttäuschung recht groß. Dies erübrigt
sich aber häufig bei gemeinsamen (sportlichen, sexuellen, ...) Interessen,
da jeder das erhält, was er will, wie es Aristoteles folgendermassen
formulierte:
"Und indem man den Freund liebt, liebt man das, was für einen selbst
ein Wert ist. Denn indem der Gute zum Freund wird, wird er zum Wert, für
seinen Freund." (Aristoteles).
Die Überlegungen des Nutzens, des Vergnügens, der gegenseitigen
Hilfe oder anderer Erwartungen, spielen dabei keine Rolle, weil sich das
Verhalten zum Freund im Prinzip nicht vom Verhalten des Individuums zu sich
selbst unterscheidet.
"Denn jene, die einander wegen der Tugend lieben, nehmen sich vor, einander
Gutes zu tun (denn dies gehört zur Tugend und zur Freundschaft) und
wenn man darin wetteifert, kann es keine Vorwürfe oder Streit geben...
.Die Freundschaft auf Grund des Nutzens aber neigt zu Vorwürfen. Denn
da sie aufgrund des Gewinnes miteinander umgehen, verlangen sie immer mehr
und glauben weniger zu erhalten, als ihnen zukommt, und
schimpfen...."
Zwar schreibt Alfred Polgar über die Freundschaft,
dass "Freundschaft ein ungemein gebrechliches Ding ist, erwachsen aus dem
Schwächegefühl des einzelnen gegenüber der ungeheuren
Majorität von andern, eine Stützungsaktion des armen, hilflosen
Ich, eine Schutzmaßnahme des Menschen gegen die Menschheit, ein Bund
von Teilen wider das Ganze", doch meint dagegen Cicero: "Wenn manche glauben
sie (die Freundschaft) entspringe aus einer Schwäche heraus, damit man
einen Menschen habe, der einem zur Erfüllung seiner Wünsche verhelfen
könne, so geben diese Leute der Freundschaft, die nach ihrer Ansicht
aus Not und Bedürfnissen entstand, freilich einen recht verächtlichen
(...) Ursprung. (...)Denn Vorteile nimmt man ja auch oft von denen mit, die
man mit geheuchelter Freundschaft umwirbt und nur aus einem
Augenblicksbedürfnis heraus achtet: in einer wirklichen Freundschaft
aber gibt es kein Heucheln, keine Verstellung, alles ist wahrhaftig und
entspringt aus eigenem Wunsch.
Das ist der Grund, weshalb ich glaube, daß
die Freundschaft eher aus unserem ureigenen Wesen als aus einer Notlage
entspringt, mehr durch die Verbindung, die sich zwischen Geist und einem
gewissen Liebesempfinden vollzieht, als durch die Überlegung, wie groß
der Vorteil sei, den die Freundschaft bringen werde."
Auch Michel de Montaigne fasste dies folgendermassen
zusammen: "Denn insgeheim sind alle Freundschaften, die Wollust oder Eigennutz,
öffentliche oder häusliche Notwendigkeit errichten und erhalten,
um so weniger schön und edel, und um so weniger Freundschaften, als
sich andere Gründe, Zwecke und Gewinste als die Freundschaft selbst
in sie mengen."
Um zu erfahren, was dem anderen zum Wohlsein fehlt, muss man ihn in seiner
ganzen Person meinen, wozu man aber sich selbst fragen muss, ob das, was
einem selbst als Defizit erscheint, auch das ist, was dem Anderen fehlt.
Wer den anderen meint, sollte ihn mit seinen Bedürfnissen und Eigenheiten
meinen, dessen möglichen Mängel finden, um sie aufzuzeigen und
zu besprechen. Die Suche danach beweist die Freundschaft.
Ist es aber möglich, an eine Freundschaft keinerlei Erwartungen zu stellen?
Habe ich nicht automatisch in dem Moment in dem ich eine freundschaftliche
Beziehung eingehe, Erwartungen an meinen "Partner", in dem Maße, dass
er in mein Schema eines Freundes passen sollte, also beispielsweise: symphatisch,
vetrauenswürdig und aufmerksam ?
Oder ist die Andersartigkeit zwischen Freunden für deren Beziehung nicht
eher förderlich?
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Formen der Freundschaft
(Gleichheitsgrad, Symphatie, Vertrauen )
"Was kann die
Freude machen,
Die Einsamkeit verhehlt?
Das gibt ein doppelt Lachen,
Was Freunden wird erzählt
Der kann des Leids sich sich
wehren,
Der es von Herzen sagt;
Der muss sich selbst verzehren,
Der insgeheim sich nagt.
Simon Dach
Der Grad der Erwartungen, die ein jeder in Freundschaften
steckt hängt ganz von der Art des Beziehungsverhältnisses
ab.
Alle Menschen brauchen Freunde. Aber der eine braucht
einen Freund, der ein Spiegelbild seines eigenen Ichs sein soll
(Ähnlichkeits- orientierung, bzw. Homophilie), der andere einen Lehrmeister
und Vormund (Ergänzungsorientierung, bzw. Heterophilie), der dritte
ein Objekt der Fürsorge (Bekräftigungs-,
Bestätigungsorientierung), usw..
Was aber sind die Beweggründe bei der Wahl eines
Freundes?
Sucht der Mensch in seinem Freund sein Ebenbild oder aber sein Gegenstück?
"Wenn wir immer vorsichtig genug wären und
uns mit Freunden nur von einer Seite
verbänden, von der sie wirklich mit uns harmonisieren,
und ihr übriges Wesen weiter
nicht in Anspruch nähmen, so würden die Freundschaften
weit dauerhafter und
ununterbrochener sein. Gewöhnlich aber ist es ein Jugendfehler,
den wir selbst im Alter
nicht ablegen, dass wir verlangen, der Freund solle gleichsam
ein anderes Ich sein, solle
mit uns nur ein Ganzes ausmachen, worüber wir uns dann
eine Zeitlang täuschen, das
aber nicht lange dauern kann."
(Johann Wolfgang von Goethe)
Wenn Aristoteles schreibt "Der Freund ist unser zweites Ich, von allen
Menschen steht er uns am nächsten", so geht dem die Feststellung einher:
"Es gibt aber bei der Freundschaft nicht wenige Probleme. Die einen bestimmen
sie als eine Art Wesensgleichheit und sagen: 'Gleich und gleich gesellt sich
gern' (...). Andere sagen im Gegenteil, die Gleichen seien einander allesamt
feind."
Nach Platon (Lysis) ist das Ähnliche dem
Ähnlichen allerdings nur zur Hälfte gleich. Er versucht zu widerlegen,
dass das Gleiche dem Gleichen immer freund sei, indem er am Beispiel des
Bösen zeigt, dass der Böse dem Bösen, je näher er ihm
kommt, um so mehr Feind wird, da er ihn beleidigt.
Nur die Guten also, sind einander ähnlich und
freund. Die Bösen aber wären niemals, nicht einmal sich selbst,
ähnlich und freund, sondern falsch und nicht zu berechnen. Der Böse
wird also niemals, weder mit dem Guten, noch mit dem Bösen zu einer
wahren Freundschaft gelangen.
Heraklit behauptete das Gegenteilige sei nützlich,
denn aus verschiedenen Elementen entstehe die schönste Harmonie, und
alles gehe auf Kampf zurück.
Wenn gesagt wird, dass Freundschaft auf Ähnlichkeit
oder gegenseitiger Ergänzung beruht, so sollte man zunächst
verschiedene Faktoren differenziert betrachten:
Objektive Charakteristika, wie Geschlecht, Alter,
soziale Lage und Bildungsniveau, differieren in Freundschaften nur wenig
voneinander. Bei sozialen Einstellungen und Werturteilen ist die
Ähnlichkeit meist schon geringer. Die grössten Abweichungen aber,
stellen die persönlichen, psychischen Besonderheiten von Freunden
dar.
Ein wichtiger Faktor der Freundschaft ist die Sympathie
für einen anderen Menschen. Die Sympathie ist, nach Max Scheler, ein
Zustand emotionaler Verbundenheit mit dem andern, die allerdings gleichzeitig
eine gewisse Distanz voraussetzt.
Für Aristoteles ist die Sympathie keineswegs
der Kern der Freundschaft. Er unterscheidet zwischen Freundschaft einerseits
und Sympathie andererseits, da man diese auch unbekannten Menschen
entgegenbringen kann.
Das meines Erachtens wichtigste Elemente der Freundschaft
ist das Vertrauen. Ein Freund sollte jemand sein, mit dem man aufrichtig
sein kann, vor dem man laut denken kann und mit dem man selbst die letzten
Hüllen der Verstellung und Hintergedanken fallen lassen kann.
Ihm sollte man sein ganzes Leben, seine grössten Probleme preisgeben
können und keine Geheimnisse haben müssen, ohne die Angst, man
könne deswegen verschmäht werden, denn wie kann ich eines Freundes
Freund sein, wenn er nur die Fassade meiner Selbst kennt.
Vertrauen ist eine Oase des Herzens, die von der
Karawane des Denkens nie erreicht wird.
<< Khalil Gibran
>>
Seneca schreibt in den Briefen an Lucilius:"Aber
wenn du einen für deinen Freund hältst, dem du nicht ebensoviel
vertraust wie dir, irrst du gewaltig und kennst nicht genug die Kraft wahrer
Freundschaft.
Ja, in allem berate dich mit deinem Freund, über ihn vorher. Nachdem
eine Freundschaft geschlossen, muss man vertrauen, vorher
urteilen."
F.G.Klopstock fragt über das Vertrauen:" Es
sollte meinen Freund und mich nicht wirklich glücklich machen, daß
wir uns für alles, was uns angeht, bis zu der geringsten Kleinigkeit,
interessieren? Daß wir nichts Geheimes für einander haben, sondern,
unsrer beiderseitiger Verschwiegenheit gewiß, und Allesmit der offensten
Aufrichtigkeit anvertrauen? (...) Wer die Heiterkeit, diese Ruhe und oft
diese Hoheit der Seele nicht kennt, die bei solchen Unterredungen die
Freundschaft gibt, wie wenig Glückseligkeit kennt der!"
Denn die Freundschaft ist die Kunst des freien Menschen.
Und es gibt keine Freundschaft, ohne gegenseitiges Verständnis."
Albert Camus
Nun lassen sich also folgende Momente der Freundschaft
aufzählen, welche, in verschiedener Gewichtung eine mehr oder weniger
stark ausgeformte freundschaftliche Beziehung ausmachen:
Vertrauen, (miteinander-sprechen-können)
Sympathie,
Toleranz (gegenüber Andersartigkeiten) und Solidarität,
Einfühlungsvermögen,
Uneigennützigkeit (Liebe wegen des Selbst willen)
Offenheit und Kritikfähigkeit.
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-IV- Kategorien der
Freundschaft
Gemischtgeschlechtliche
Freundschaft -> Liebe?
Die ist noch in Arbeit!
Siehe Liebe!
Frauenfreundschaften
Im antiken Griechenland betrachtete man die Freundschaft
als ein Verhältnis, das nur zwischen Männern bestehen kann.
Auch Montaigne formulierte dies noch folgendermaßen
:"..daß Frauen in der Regel die Ansprüche an das Niveau nicht
erfüllen, die man an eine Geistesgemeinschaft stellen muß, wenn
daraus dieses heilige Band der Freundschaft sich entwickeln soll; es scheint
so, als fehle es ihnen an seelischer Widerstandskraft, um den Druck einer
so anspruchsvollen und so dauerhaften Bindung auszuhalten."
Offensichtliche Freundschaft zwischen Frauen gibt
es tatsächlich erst seit dem 18. Jhd.
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Männerfreundschaften
Viele glauben, wesentlich für gute Beziehungen
zum anderen Geschlecht sei, jemanden zu finden, der einem selbst Gefühle
von Wertschätzung, Zuneigung und Liebe
entgegenbringt.
In Beziehungen zum Gleichen Geschlecht wird dies
aber, vor Allem von Männern, wenn überhaupt nur indirekt und versteckt
erwartet und gelebt.
Wenn aber doch einmal ein Mann einen anderen das
Gefühl vermittelt interessant zu sein, so gerät dieser meist in
eine emotionale Zwickmühle. Meist glaubt dieser nicht, er könne
es wert sein, von einem Mann geschätzt zu werden. Glaubt jemand das
aber von sich selbst nicht, spürt aber nun das Interesse des anderen,
so wird er nach einem logischen, erklärbaren Grund
suchen.
"Der mag mich einfach, weil ich interessant bin!",
kann von einem Menschen, der kein gesundes Selbstwertgefühl und kein
Vertauen in die eigene Kraft und Stärke und die eigene Wirkung hat gar
nicht zugelassen werden. Logischerweise taucht hier dann ein negativ bewerteter
Grund, etwa die Homosexualität, auf, auf die vermutlich mit Abneigung
reagiert wird.
In unserer Gesellschaft muss der Mann seiner "Rolle
als Mann" gerecht werden. Er gilt so lange als "ganzer Mann", solange er
dafür gehalten wird. Er darf alles tun, bloß an seinem Rollenbild
keinen Zweifel aufkommen lassen.
Lässt er aber Gefühle zu Männern zu,
läuft er Gefahr, für schwul oder zumindest "weich" gehalten zu
werden und somit nicht mehr ins gesellschaftliche Bild des "ganzen Mannes"
zu passen. Diese Gefühle nicht zuzulassen erscheint daher einleuchtend,
denn der Beweis des Gegenteils wird danach äusserst schwierig.
Innere geistige Unbeweglichkeit ist ein sehr großes Hindernis für
Freundschaften, es sei denn, zwei solche erfreuen sich an der "gegenseitigen
Bestätigung" durch Argwohn und Mißdeutungen.
Anhand des Beispiels der Umarmungen lässt sich
das Problem der Männerfreundschaften deutlich beobachten:
Ritualisierte Begrüssungsumarmungen zur "Markierung"
des Beziehungsgrades, standardisierte (zum Teil aber doch herzliche) Umarmungen
bei Abschiedsszenen innerhalb der Familie und Verwandtschaft lassen sich
nur zwischen Frauen und Männern oder auch mal bei Frauen unter sich
beobachten.
Eine Umarmung von Paaren oder aber auch zweier Frauen
wirft keine Probleme auf, eine Umarmung von Männern sieht man jedoch
äusserst selten.
Meist ist hierzu ein extrem emotionaler Anlass
nötig (wie zum Beispiel der Siegestreffer beim Fußball oder einer
schweren Erkrankung), der gegebene "Gefühlsregeln" zu überlagern
scheint.
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-V- Abgrenzung der
Beziehungszustände
Das Ziel dieser Studie soll der Versuch sein, die
Beziehungszustände zwischen den drei "grossen" Beziehungen, der
Bekanntschaft, der Freundschaft und der Liebe, zu definieren.
Dieses Ziel habe ich noch nicht erreicht, denke ich!
Eine Möglichkeit wäre, nach meinem heutigen,
beschränkten Wissen, zum Beispiel:
Bekannter
Angenehmer Bekannter
Kumpel
Kamerad (eigennützig)
Freundschaft
Innige (wahre)
Freundschaft
Platonische Liebe (Platons "Freundschaft-Liebe")
Leidenschaftliche Liebe
Wahre Liebe
Falls jemand Anregungen, Materialien oder Ideen
hat, wäre ich sehr dankbar, falls er/sie mich dies wissen lassen
könnte!
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-V- Verwendete
Literatur
Antoine de Saint-Exupéry:Der Kleine Prinz, Karl
Rauch Verlag, D'dorf 1988
Danilow, ??: Freundschaft, Rohwolt Verlag, Reinbeck
bei Hamburg 1979
Pross, Harry: Buch der Freundschaft, Herder Verlag,
Freiburg im Breisgau 1991
RA. Dr. Steinmann, Christian: Die Kunst eines Freundes
Freund zu sein
E-Mail-Bestellung bei
RA.Dr.Steinmann@t-online.de
???: Lesebuch der Freundschaft, Rohwolt Verlag, Reinbeck
bei Hamburg 1992
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